Deutsche Wehrtechnik (DWT)-Tagung: Energieversorgung der Bundeswehr sichern und resilient gestalten
In der vergangenen Woche nahm der Bundesverband Regenerative Mobilität und Versorgungssicherheit an der Bundeswehr-Technologietagung des DWT in Bonn teil. Der Verband war mit einem eigenen Messestand vertreten und stellte dort gemeinsam mit seinen Mitgliedern innovative Konzepte zur resilienten Energieversorgung vor.
Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Erik Stabenow, Rainer Thiel sowie Verbandspräsident Peter Schrum, der zudem als Referent auf dem Kongress auftrat. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die zukünftige Energieversorgung der Bundeswehr sowie die Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen.
Der Bundesverband präsentierte das Projekt „SOLknight“, eine Initiative des Verbandes und seiner Mitgliedsunternehmen. Ziel des Projektes ist die Verbindung von erneuerbarer Energieerzeugung, Versorgungssicherheit und Krisenvorsorge. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Agri-Solaranlagen, die neben der Stromerzeugung zusätzliche Funktionen für die zivile und militärische Resilienz übernehmen können.
Vorgestellt wurden Konzepte zur Ausstattung von Solarparks mit mobilen Batteriecontainern. Diese können sowohl zur Absicherung von Kommunen als auch zur Energieversorgung militärischer Einrichtungen wie Kasernen eingesetzt werden. Im Krisenfall oder bei Ausfällen kritischer Infrastruktur können die Batteriesysteme flexibel verlegt und vor Ort zur Stromversorgung genutzt werden. Aktuell werden technische Lösungen entwickelt, die einen Transport mittels Hakenliftsystemen und geeigneter Zugmaschinen ermöglichen. Ein wichtiges Mitglied des Bundesverbandes ist die SUNfarming GmbH. Das Unternehmen plant unter anderem größere Solarprojekte im Bereich der deutsch-polnischen Grenze. Diese Anlagen könnten perspektivisch ebenfalls mit mobilen Energiespeichern ausgestattet werden und damit einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Darüber hinaus wurden Konzepte für sogenannte Energie-Hubs vorgestellt. Diese sollen das Laden elektrischer Fahrzeuge, Drohnen und weiterer elektrischer Systeme ermöglichen.
Ergänzend wurde die Integration von Wasserstoffcontainern als zukünftige Erweiterung diskutiert. Wasserstoff kann insbesondere dort eine Rolle spielen, wo größere Reichweiten oder längere Einsatzzeiten erforderlich sind. Ein weiterer Themenbereich war die Aufrechterhaltung der Kommunikationsinfrastruktur in Krisensituationen. Vorgestellt wurde die Möglichkeit, mit Heliumballons und mobilen Richtfunkantennen temporäre Kommunikationsnetze aufzubauen. Die Energieversorgung dieser Systeme könnte durch die Batteriecontainer der SOLknight-Anlagen erfolgen. Auf diese Weise ließen sich Kommunikationsverbindungen auch bei Ausfällen bestehender Mobilfunkoder Datennetze aufrechterhalten. Die vorgestellten Konzepte stießen bei Vertretern der Bundeswehr auf großes Interesse. Insbesondere die Verbindung von zivilen Investitionen in erneuerbare Energien mit zusätzlichen Resilienzfunktionen wurde intensiv diskutiert. Dabei wurden auch mögliche langfristige Stromlieferverträge (PPA) mit öffentlichen und militärischen Abnehmern als
interessante Perspektive angesprochen. Im Ergebnis der Veranstaltung wurden weitere Gespräche vereinbart.
Mehrere Fach- und Entscheidungsträger werden zu vertiefenden Gesprächen eingeladen, um die vorgestellten Konzepte weiterzuentwickeln und mögliche Pilotprojekte zu prüfen. Der Bundesverband Regenerative Mobilität und Versorgungssicherheit wird gemeinsam mit seinen Mitgliedern – insbesondere SUNfarming – die Entwicklung der SOLknight-Initiative konsequent fortführen.

