Delegationsreise mit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan nach Indonesien
Gemeinsam mit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und einer rund 40-köpfigen Delegation nahm Peter Schrum an der Delegationsreise nach Indonesien teil. Die gesamte Reise war von Beginn an hervorragend organisiert. Die Teilnehmer wurden professionell über den Ablauf, die anstehenden Termine und die organisatorischen Rahmenbedingungen informiert.
Professionelle Delegationsführung
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hinterließ einen ausgesprochen professionellen und zugleich persönlichen Eindruck. Besonders positiv war der intensive Austausch mit der Wirtschaftsdelegation, der rund 15 Unternehmen angehörten. Die Ministerin nahm sich Zeit für zahlreiche direkte Gespräche und zeigte großes Interesse an den konkreten wirtschaftlichen Möglichkeiten und Herausforderungen der Unternehmen. Auch das Team des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Planungsstab haben während der gesamten Reise hervorragende Arbeit geleistet. Das Programm war mit Terminen von etwa 8:00 Uhr morgens bis teilweise 22:00 Uhr abends äußerst intensiv, zugleich aber inhaltlich sehr ergiebig.
Indonesien als strategischer Partner
Eine wesentliche Erkenntnis der Reise ist, dass sich Indonesien zu einem sehr wichtigen Wirtschafts- und Kooperationspartner Deutschlands entwickeln kann. Mit rund 280 Millionen Einwohnern verfügt das Land über einen enormen Binnenmarkt und befindet sich zugleich in einem wirtschaftlichen Transformations- und Öffnungsprozess. Für deutsche Unternehmen entstehen daraus erhebliche Chancen. Dies betrifft insbesondere erneuerbare Energien, Energieinfrastruktur, Speicher- und Batterietechnologien sowie weitere technische Lösungen und Dienstleistungen. Für BRM+V, seine Mitgliedsunternehmen und SUNfarming International GmbH ergeben sich dabei interessante Perspektiven. Aufgrund der geografischen Struktur Indonesiens mit seinen zahlreichen Inseln besteht ein erheblicher Bedarf an dezentralen, zuverlässigen und wirtschaftlichen Energielösungen. Gleichzeitig bietet die junge Bevölkerung des Landes ein großes Potenzial für den Aufbau qualifizierter Fachkräfte und damit für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Indonesien und Deutschland.
Ausbildung und Fachkräfte als strategisches Zukunftsthema
Für SUNfarming International steht dabei insbesondere die Verbindung von erneuerbaren Energien, beruflicher Qualifizierung und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung im Mittelpunkt. SUNfarming International verfügt über langjährige internationale Erfahrungen in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im Bereich der erneuerbaren Energien. In Südafrika und weiteren internationalen Märkten konnten bereits zahlreiche Fachkräfte, insbesondere Solarteure und Mechatroniker, qualifiziert und praxisorientierte Ausbildungsstrukturen aufgebaut werden.
Aktuell sammelt SUNfarming International zudem umfangreiche Erfahrungen mit entsprechenden Ausbildungs- und Qualifizierungsprogrammen in Brasilien. Dabei zeigt sich, wie eng der Ausbau erneuerbarer Energien mit der Ausbildung lokaler Fachkräfte und der Schaffung langfristiger Beschäftigungsperspektiven verbunden werden kann. Diesen Ansatz möchten wir auch für Indonesien prüfen und weiterentwickeln. Das Land verfügt über eine sehr junge Bevölkerung und damit über ein erhebliches Potenzial an Menschen, die durch gezielte berufliche Qualifizierung Perspektiven in Zukunftsbranchen wie den erneuerbaren Energien erhalten können. Im Mittelpunkt steht daher die Frage, wie Ausbildung, erneuerbare Energien und Fachkräftegewinnung sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Gemeinsam mit dem BMZ und weiteren Partnern könnten Strukturen geschaffen werden, um junge Menschen in Indonesien vor Ort praxisnah zu qualifizieren. Gleichzeitig sollte geprüft werden, inwieweit für einen Teil dieser gut ausgebildeten Fachkräfte Perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt geschaffen werden können. Damit könnte eine Zusammenarbeit entstehen, von der beide Länder profitieren: Indonesien durch Qualifizierung, Beschäftigung und den Aufbau eigener Fachkompetenzen und Deutschland durch die Möglichkeit, dem zunehmenden Fachkräftebedarf in technischen und energiewirtschaftlichen Berufen zu begegnen.
Finanzierung und Zusammenarbeit mit KfW und DEG
Von besonderer Bedeutung waren auch die Gespräche mit der Finanzierungsseite. KfW, KfW Entwicklungsbank, KfW IPEX-Bank und DEG waren hochrangig vertreten. Der Austausch mit Brigitte Réthier, Mitglied des Vorstands der KfW und verantwortlich für die Internationale Finanzielle Zusammenarbeit, war besonders positiv. Die bereits von SUNfarming International GmbH umgesetzten Aktivitäten und Projekte in Brasilien wurden als interessanter Ansatz wahrgenommen. Hieraus könnten sich Perspektiven ergeben, gemeinsam mit lokalen Partnern und deutschen Institutionen entsprechende Strukturen auch in Indonesien aufzubauen und dabei Investitionen in erneuerbare Energien mit Ausbildung und Qualifizierung zu verbinden. Von besonderem Wert ist, dass während der Reise bereits Kontakte zu potenziellen Partnern vor Ort aufgebaut werden konnten. Damit bestehen erste Anknüpfungspunkte zwischen lokalen Strukturen, deutscher Technologie- und Ausbildungskompetenz sowie möglichen institutionellen und finanziellen Partnern.
Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit
Neben Ausbildung und Fachkräftequalifizierung bestehen in Indonesien auch interessante Perspektiven für größere Energie- und Infrastrukturprojekte sowie für Power Purchase Agreements (PPA) und Public-Private-Partnership-Projekte (PPP).
Für SUNfarming International soll jedoch insbesondere geprüft werden, wie die vorhandenen Erfahrungen aus internationalen Ausbildungsprojekten auf Indonesien übertragen und mit konkreten Projekten im Bereich erneuerbarer Energien verbunden werden können. Dabei sollte auch BRM+V mit seinen zahlreichen Mitgliedsunternehmen eingebunden werden. Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte und könnten von entsprechenden Ausbildungs- und Kooperationsmodellen profitieren. Langfristig könnte daraus ein Modell entstehen, das Ausbildung, Beschäftigung, erneuerbare Energien und internationale Fachkräftekooperation miteinander verbindet.
Fazit
Die Delegationsreise nach Indonesien war fachlich, wirtschaftlich und politisch außerordentlich wertvoll. Trotz des sehr anspruchsvollen Terminprogramms konnten zahlreiche hochwertige Gespräche mit deutschen Unternehmen, indonesischen Partnern sowie Banken, Finanzierungsinstitutionen und politischen Akteuren geführt werden.
Mein persönliches Fazit ist sehr positiv: Indonesien bietet für die kommenden Jahre erhebliche Chancen im Bereich erneuerbare Energien, Infrastruktur, Ausbildung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Für SUNfarming International GmbH sehe ich dabei insbesondere die Chance, unsere langjährigen internationalen Erfahrungen in der Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften für erneuerbare Energien einzubringen. Die Erfahrungen aus Südafrika, Brasilien und weiteren Märkten bilden hierfür eine gute Grundlage. Gemeinsam mit dem BMZ, indonesischen Partnern und weiteren deutschen Institutionen sollte nun geprüft werden, wie entsprechende Ausbildungsstrukturen in Indonesien aufgebaut und mit konkreten Beschäftigungsperspektiven verbunden werden können.
Dabei sollte auch BRM+V mit seinen Mitgliedsunternehmen eine aktive Rolle übernehmen. So könnte ein nachhaltiges Kooperationsmodell entstehen, das Indonesien beim Aufbau qualifizierter Fachkräfte und zukunftsfähiger Beschäftigung unterstützt und zugleich einen Beitrag zur Fachkräftesicherung deutscher Unternehmen leistet.
Die Reise hat hierfür wichtige Kontakte geschaffen und konkrete Ansatzpunkte aufgezeigt. Nun gilt es, diese Kontakte zeitnah weiterzuentwickeln und daraus belastbare Partnerschaften und konkrete Ausbildungs- und Kooperationsprojekte zu schaffen.

